Das jetzige Gasthaus "Zur Traube", eine der ältesten Gaststätten Deutschlands, wurde erstmals in alten Chroniken als aus dem Jahre 1386 stammend erwähnt. Danach war bereits das Weinhaus kurz vor dem Jahre 1400 die gräfliche Gerichtsstätte unserer Gegend. Auf dem Türbalken stand zu lesen:

"Gerichtsstätte und Dingstuhl von Liedberg und Hülchrath."

Auf dem jetzigen Parkplatz an der Straße befanden sich der Überlieferung zufolge das kriminelle Halsgericht // Galgen // Pranger und Rad.

Das heutige Gasthaus, welches durch Um- und Anbauten erheblich erweitert wurde, ist seit dem Jahre 1729, also vor über 250 Jahren, auf den Resten der von einer Brandschatzung während der französischen Eroberungskriege übriggebliebenen Baulichkeiten errichtet worden, nachdem es rund 50 Jahre nur zu einem Teil genutzt werden konnte. Nach der damaligen Zerstörung wurden im Jahre 1729 die Gebäude von den Vorfahren des jetzigen Besitzers wieder errichtet. Auf einem Türbalken des Hofes konnte man lesen:

Anno 1729, den 8.9.,
haben die Eheleute Gottfried Krummen und Otillia Leenen
dieses Haus wieder errichten lassen.
Gott behüt´s vor Feuer und Brant in Gott´s Hant.

Zu dieser Zeit also befand sich das Haus im Besitz der Familie Krummen. Durch die Heirat eines Hermann Josef Hintzen, der Ackerer und Wirt war und aus Oberaussem stammte mit Sofia Krummen, ging das Eigentum 1862 auf die Familie Hintzen über.

1931 übernahm Willy Kohlen, dessen Mutter eine geborene Hintzen war, von seinem Onkel Josef Hintzen den Betrieb, den er mit seiner Frau Ehefrau Sibylle, geborene Beckers, bis zum Jahre 1966 führte.

Als dann 1966 das Gasthaus in den Besitz der jetzigen Inhaber, Eheleute Heinz Willi Kohlen und Frau Christel, geborene Vennen, übergegangen war, erfolgte der Umbau der alten Gasträume: 1966 Gesellschaftsräume von 45 und 90qm, 1971 folgte der Vorbau. Die heutige Gaststätte bietet Platz für etwa 125 Personen. Das Haus erfreut sich bis heute dank der gepflegten Gastlichkeit und einer gediegenen Atmosphäre, einer schnell und stetig bis in die weitere Umgebung wachsender Beliebtheit.

So wurden dann der Umbau und die Erweiterung der Parkmöglichkeiten dringendes Bedürfnis. Die beiden Parkplätze vor und hinter dem Hause bieten Platz für etwa 80 Fahrzeuge. Für schöne Sommertage und -abende steht vor dem Hauptgebäude eine Terrasse für ca. 40 Personen zur Verfügung. Der alte Saal wurde im Jahre 1979 instandgesetzt und geschmackvoll und dezent eingerichtet. Er eignet sich vorzüglich für größere Festlichkeiten mit einer Gästezahl bis zu 120 Personen. Erstmals wurde er nach Fertigstellung für die Abschiedsfeier von Berti Vogts von Borussia Mönchengladbach benutzt. Mehr als 300 Gäste von Sport und Presse aus dem gesamten Bundesgebiet gaben sich ein "Stelldichein".

In den 70 und 80er Jahren begaben sich Spieler und Betreuer von Borussia Mönchengladbach, mit den damaligen Trainern : Hennes Weisweiler (1964-1975), Udo Lattek (1975-1979) und Jupp Heynckes (1979-1987) vor jedem Auswärtsspiel zum gemeinsamen Mittagessen in unserm Hause.

Nach dem Tode Ihres Mannes Heinz Willi Kohlen im Jahre 1999 führt seine Frau Christel Kohlen bis zum heutigen Tage die Geschicke des Hauses weiter.

Es wäre bestimmt noch viel Interessantes zu berichten, doch wir haben uns bei dieser "Chronik" auf das Wesentliche beschränkt.

Wir hoffen, daß die Geschichte unseres Hauses auch in der kommenden Generation zum Wohle unserer Gäste fortgeschrieben wird.

Kleinenbroich, im März des Jahres 2002.